Maik Mettler, 2005
Vetsuisse-Fakultät Universität Zürich, Institut für Parasitologie
Kontakt: parasito@vetparas.unizh.ch
Serologische Testverfahren zum Nachweis spezifischer anti-Leishmania Antikörper bei symptomatischen und asymptomatischen Hunden mit bestätigter L. infantum-Infektion (Erregernachweis in Kultur oder durch PCR) wurden evaluiert. Verglichen wurden hauseigene ELISAs basierend auf wasserlöslichen Antigenen von promastigoten und amastigoten Stadien von L. infantum oder einem rekombinanten Antigen (rK39), jeweils in Kombination mit verschiedenen Detektionsantikörpern (anti-IgG1, anti-IgG2, anti-IgG-gamma, anti-IgG h&l, alle konjugiert mit alkalischer Phosphatase), ein standardisierter Immunfluoreszenz Antikörpertest (IFAT) und zwei kommerziell erhältliche, rK39-basierte Schnelltests (DiaMed-Vet-IT Leish und ID-PaGIA Leishmaniasis). ELISAs basierend auf promastigoten und amastigoten Antigenen zeigten eine sehr hohe Sensitivität bei symptomatischen (n=30; 100%) und bei asymptomatischen Hunden (n=17; 94.1 – 100%), ausgenommen in Kombination mit dem anti-IgG1-Konjugat (41.2 – 84.4%). Der rK39-basierte ELISA hingegen erfasste deutlich weniger asymptomatische Fälle (Sensitivität 52.9 – 64.7%). Die Testspezifitäten waren bei allen Kombinationen hoch (n=50; 96 – 100%). Der IFAT erfasste 90% der symptomatischen Hunde, war aber signifikant weniger sensitiv bei asymptomatischen Fällen (29.4%). Die Spezifität des Tests betrug 100%. Die diagnostischen Sensitivitäten und Spezifitäten der Schnelltests waren vergleichbar mit denjenigen des rK39 ELISAs. Zur Bestätigung bei klinischem Verdacht und zum Erfassen von asymptomatischen Trägern erwiese sich der ELISA mit Antigenen von promastigoten Stadien in Kombination mit IgG-gamma-spezifischen sekundären Antikörpern als Konjugat als am geeignetsten (p-IgG-gamma-ELISA).
Im zentraleuropäischen Raum (D, A, CH) wurden Besitzer/-innen von Hunden mit vermuteter oder diagnostizierter Leishmaniose zur Vorgeschichte ihres Tieres befragt. Dazu wurde ein Fragebogen verwendet, welcher den Teilnehmenden in einem Leishmaniose Internet Diskussionsforum zum Download zur Verfügung gestellt wurde. Zusätzlich wurde den Besitzer/-innen eine serologische Untersuchung ihres Hundes auf Antikörper gegen L. infantum angeboten. Dazu wurde der p?IgG-gamma-ELISA verwendet. Von 291 Hunden, welche aus Südeuropa stammten oder sich reisebegleitend dort aufgehalten hatten, wurden 111 Hunde (38%) als seropositiv beurteilt, darunter waren 103 Import- und 8 reisebegleitende Hunde. Es konnten keine signifikanten Zusammenhänge zwischen Erkrankung und Rasse, Geschlecht oder Alter der Tiere festgestellt werden. Die geschilderten Krankheitssymptome der seropositiven Hunde reichten von leichten Allgemeinstörungen bis zu ernsthaften klinischen Manifestationen. Für Diagnostik und Therapie der Leishmaniose haben die Hundebesitzer/-innen durchschnittlich rund 1100 Euro (Median 900 Euro , Maximum 5800 Euro) ausgegeben.
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