Vetsuisse-Fakultät

Dissertationen 1996-2014

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Wirksamkeitsprüfung des Mistelpräparates Iscador®M in der Mastitistherapie beim Rind

Irena Marc, 2006

Vetsuisse-Fakultät Universität Zürich, Departement für Nutztiere, Klinik für Fortpflanzungsmedizin

Kontakt: swindler@vetclinics.uzh.ch

Im Rahmen dieser Arbeit wurde untersucht, ob das kommerzielle Mistel-Präparate (Viscum album) Iscador®M (Weleda, Arlesheim) bei gesunden und chronisch an Mastitis erkrankten Kühen einen immunmodulatorischen und –stimulatorischen Einfluss besitzt. Zunächst wurden bei gesunden Kühen die Lokalreaktion und Gewebeverträglichkeit bei subkutaner Verabreichung von Iscador®M evaluiert und eine etwaige klinische sowie immunstimulierende Wirkung überprüft. Dabei zeigte sich, dass Iscador®M gut vertragen wird und ausser einer lokalen entzündlichen Reaktion im Bereich der Injektionsstelle keine anderen, klinisch erfassbaren Nebenwirkungen verursachte. Die Bestimmung des Profils der verschiedenen Blutzellfraktionen (Lymphozyten, Monozyten, eosinophilen Granulozyten, basophilen Granulozyten und neutrophilen Granulozyten) zeigte keine signifikanten Unterschiede zwischen den Kontrollen und mit Iscador® behandelten Kühen. Iscador®M stimulierte auch in vitro die Proliferation der PBMC (peripheral blood mononuclear cells) nicht. Bei der Analyse der anti-ML-1 Antikörper wurden insbesondere Antikörper vom IgG-Typ gefunden und es fiel auf, dass bei allen Kühen im Gegensatz zum Menschen schon vor Iscador®-Behandlung ein niedriger Antikörpertiter im Blut zu beobachten war. Die Verabreichung von Iscador®M führte bei allen Kühen zu einem Anstieg des Antikörpertiters. Die Intensität der humoralen Immunantwort war individuell unterschiedlich. Im weiteren Verlauf der Arbeit wurden die zelluläre und humorale Immunreaktion von chronisch mastitis-kranken Kühen bei Behandlung mit Iscador®M untersucht. Die Quantifizierung der verschiedenen Blutzellen (Lymphozyten, Monozyten, eosinophile Granulozyten, basophile Granulozyten und neutrophilen Granulozyten) ergab dabei keine Unterschiede zwischen den Kontrollen und und den mit Iscador® behandelten Kühen. Um genauere Aussagen über den Anteil der unterschiedlichen Lymphozytensubpopulationen machen zu können, wurden in weiteren FACS–Analysen einige Zellpopulationen in der Milch sowie im Blut bestimmt. Dabei stellte sich heraus, dass Iscador®M auch keine Veränderungen im Anteil der CD4 (T-Helfer-), CD8 (Suppressor-/Zytotoxischen T-) und CD21 (B-Zellen) Zellen im Vergleich zur Kontrollgruppe verursachte. Die Analyse der Phagozytoseaktivität der Monozyten zeigte ebenfalls keine Unterschiede zwischen den Gruppen. Unter der Iscador®-Behandlung kam es im höheren Dosisbereich bei den Kühen zur starken Produktion von anti-ML-1 Antikörpern des IgG-Typs. Niedrige Antikörpertiter konnten schon vor der Iscador®-Exposition bei allen Kühen nachgewiesen werden. Der Verlauf und die Stärke des Antikörperaufbaus waren in jeder Gruppe individuell unterschiedlich. Die systemische Behandlung der Kühe mit Iscador® hatte auch keinen Einfluss auf die Milchbakteriologie und die Zellzahl. Bei den Analysen dieser Daten fiel auf, dass die Zellzahl trotz unverändertem bakteriologischen Bild abnahm. Dabei konnte ein Zusammenhang zwischen der Zellzahl und Haltung sowie Melktechnik vermutet werden. Die Annahme einer Übertragbarkeit der Resultate zur systemischen Mistelbehandlung mit Iscador® in der humanmedizinischen Krebstherapie auf eine Therapie subklinischer Mastitiden bei Kühen konnte in dieser Arbeit nicht bestätigt werden.

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