Brigitte von Rechenberg

Prof. Dr. Brigitte von Rechenberg

Leiterin der Musculoskeletal Research Unit (MSRU)

«Sie werden staunen, was alles möglich ist,
wenn man es nur will ...»

 

Laufbahn
1973 – 1978Studium der Veterinärmedizin, Universität Zürich
1976 – 1978Dissertation AO/ASIF Institut Davos, Veterinärchirurgie
1978Promotion Universität Zürich
1978 – 1980Internship und Forschungsaufenthalt an der «University of Pennsylvania», Philadelphia, USA
1980 – 1991private Kleintierklinik in Deutschland, Spezialität Orthopädie und Traumatologie
1999Habilitation Universität Zürich
seit 2007ausserordentliche Professorin ad personam für Experimentelle Veterinärchirurgie, Universität Zürich
 
Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?
Mein Leben verlief nie geradlinig und Karriere habe ich nie geplant, sie hat sich durch mein Engagement einfach ergeben. Schon als Kind hörte ich von meinem Vater, dass Erfolg nicht das Ziel, sondern eine logische Folge von guter Arbeit und Engagement ist. Durch meinen Werdegang hatte ich beides, zuerst Klinik und danach experimentelle Forschung. Die Kombination in der angewandten Forschung ist für mich genial.
 
Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit und was ist das Besondere dabei?
Mir gefällt das konzeptionelle Denken und Fragen in der Forschung zu lösen. Etwas begriffen oder komplexe Zusammenhänge verstanden zu haben ist für mich der ultimative «Kick»! Ebenfalls fasziniert mich die Interdisziplinarität.
 
Gab es in Ihrer Karriere besonders prägende Durststrecken oder Misserfolge? Wie überwanden Sie diese?
Jede Menge! Ich habe relativ früh im Leben begriffen, dass jeder Misserfolg auch eine Chance ist und dass sich der Sinn davon meistens irgendwann später offenbaren wird. Man muss nur das Warten lernen, nicht immer einfach! Durch verschiedene Wendungen in meinem Leben hatte ich öfters wieder mein Leben neu erfunden. Der Preis war mitunter etwas hoch – die Belohnung die Authentizität und Unabhängigkeit.
 
Welche Tipps geben Sie einer Jungforscherin auf den Weg, die eine akademische Karriere ins Auge fasst?
Sie soll sich von niemandem einreden lassen «was geht und nicht geht»...! Wenn ich da jeweils zugehört hätte, wäre ich heute noch in der Primarschule und nicht etwa 9x die erste Frau gewesen, die in meinem Beruf etwas das erste Mal gemacht hat. Sie soll ihrem Herzen folgen, im Ziel fest bleiben, jedoch im Weg flexibel – Pferde gehen auch in Bögen, wenn es gefährlich wird. Und sie soll sich vor allem selbst auf dem Weg nicht verlieren – das ist eine Karriere nicht wert.