Semesterpreis HS 2017 der Universität Zürich: zwei Preisträgerinnen

Eveline Staub und Cécile Wuillemin

Frau Eveline Staub und Frau Cécile Wuillemin, beide Abschluss-Studierende des 5. Jahreskurses, wurden auf Antrag der Fakultätsversammlung und aufgrund der Vorschläge derer Betreuerinnen, Prof. Nicole Borel für Eveline Staub und Frau Prof. Annette Liesegang für Cécile Wuillemin, für ihre Masterarbeiten mit je einem Semesterpreis für das HS 2017 der Universität Zürich ausgezeichnet. Herzliche Gratulation!

 

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Frau Eveline Staub gelang es im Rahmen ihrer Masterarbeit vier neue Chlamydienstämme aus drei verschiedenen Schlangen zu isolieren. Die Beschreibung dieser neuen Chlamydienstämme, zugehörig zu zwei neuen Chlamydienspezies (Chlamydia serpentis und Chlamydia poikilothermis), ist derzeit im Gange (eingereicht als Artikel in Scientific Reports) und basiert weitestgehend auf den Untersuchungen von Frau Staub. Es gelang ihr, mittels eines von ihr entwickelten Verfahrens neue Chlamydien aus Proben von Schlangen zu isolieren. Hierfür nahm sie mit zahlreichen SchlangenbesitzerInnen in der Schweiz Kontakte auf, um den Reptilien Tupferproben von Choane und Kloake zu entnehmen. Diese Proben arbeitete sie molekularbiologisch auf, indem sie DNA extrahierte und diese mittels real-time PCR und Arraymate Microarray auf Chlamydien untersuchte. Die Doppelproben hiervon verwendete sie, um Chlamydien in der Zellkultur zu isolieren. Dabei untersuchte sie zuerst die Kultivierungsfähgikeit von Zellen bei tiefen Temperaturen anhand derer Morphologie und Vitalität. Anschliessend verwendete sie die LLC-MK2-Zellline, um Chlamydien unter verschiedenen Bedingungen zu isolieren. Mittels Immunfluoreszenz, Titerbestimmung und Antibiotikaempfindlichkeitsprüfung charakterisierte sie die isolierten Stämme. Erstmal konnte Frau Staub Chlamydienstämme beschreiben, die eine natürliche Resistenz gegenüber Azithromyzin aufweisen. Dies ist insbesondere von grosser Bedeutung, da Azithromyzin als Frontline-Antibiotikum zur Behandlung von Chlamydieninfektionen beim Menschen gilt. Frau Staub hat umfangreiche und anspruchsvolle Experimente durchgeführt und ausgewertet; es ist beeindruckend, welch breites Methodenspektrum sich die Masterstudierende im Rahmen ihrer Arbeit aneignete.

Frau Cécile Wuillemin leistet mit ihrer Masterarbeit einen interessanten und wichtigen Beitrag zum Verständnis der Knochenstruktur und Knochenzusammensetzung von verschiedenen Equiden. Dies ist insbesondere bei dieser Spezies von höchster Wichtigkeit, da diese häufig auch im Sport eingesetzt werden. Die Pferde mit naturbelassenen Eseln und anderen Kreuzungen zu vergleichen, stellt eine interessante Grundlage dar. Die Arbeit beeindruckt durch die Präzision der Probenentnahmen und durch die Auswertung und Aufarbeitung der Proben. Frau Wuillemin hat mit analytischem Verständnis, ihrem Fleiss, ihrem Einsatz sowohl bei der praktischen Arbeit als auch der Auswertung und dem Schreiben ihrer Masterarbeit eine beeindruckende Arbeit vollbracht.

Brigitte von Rechenberg, Dekanin

Applaus