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So you want to be a VET?

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Buchbesprechung:

Ein Tierarztkollege vom Autor war der Meinung, dass Veterinärmedizinstudenten oft unzureichend über ihren zukünftigen Beruf informiert seien. Da hat Herr Paton, Tierarzt und Dozent, das Buch „So you want to be a vet?“ geschrieben.

Studieninteressierte haben oft eine falsche Auffassung vom Tierärzteberuf. Herr Paton schreibt, dass am Studium interessierte junge Menschen insbesondere mit Praktika in Tierarztpraxen den Beruf in seiner Bedeutung erfassen können. Er gibt Tipps, wie sich Schnupperpraktikanten benehmen sollen, um bei Tierärzten willkommen zu sein. Kurz gesagt: Es braucht einen gesunden Mix zwischen Enthusiasmus und Anständigkeit.

Das Studium stellt mit den Eintrittshürden und strengen Prüfungen hohe Ansprüche. Veterinärmedizin ist keine Berufslehre, sondern ein naturwissenschaftliches Studium. Während des Studiums müssen sich die Studierenden ein enorm breites Spektrum an Wissen aneignen. In welchem Bereich sie später tätig werden, liegt in ihrem eigenen Interesse. Herr Paton schreibt, dass die Studierenden beim Abschluss des Studiums nicht alles wissen müssen (onmi-competent), aber ein grosses Wissen und eine hohe Motivation für den Auf- und Ausbau ihres Potenzials haben sollen (omni-potential). Der Beruf der Tierärztin oder des Tierarztes ist oft mit körperlichem und mentalem Stress verbunden. Es ist empfehlenswert, dass man schon während des Studiums mit Stress umgehen lernt.

Für Studienanfänger ist das Kapitel über die Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und die Beschreibung der allgemeinen klinischen Untersuchung ein Augenöffner. Sie erfahren, auf welchem Weg Tierärzte wichtige Informationen sammeln, um herauszufinden, was den Tieren fehlt. Nach dem Lesen dieses Kapitels werden Sie Ihr Haustier mit anderen Augen anschauen! Weiterführende diagnostische Tests werden erklärt und ebenso verschiedene Behandlungsmethoden.

Sie erfahren mehr über das traurige und auch für Tierärzte emotional belastende Thema der Euthanasie. Die Gründe, die zur Euthanasie führen können, werden erklärt.

Alles in der Veterinärmedizin muss bezahlt werden, vom Studium bis hin zu den Behandlungen von Findeltieren. Das Studium wird grösstenteils vom Staat bezahlt. Die Studiengebühren decken nur einen minimalen Anteil an den eigentlichen Ausbildungskosten. Haben Sie sich überlegt, ob Sie als Tierärztin oder Tierarzt Findeltiere behandeln würden und wenn ja, wer Ihnen die verwendeten Medikamente bezahlen würde? Diese Frage leitet über zu der Lohnerwartung, die Studieninteressierte von ihrem zukünftigen Beruf haben. Gemäss des Autors würden Tierärzte oft ihre Behandlungen unter dem Wert verkaufen, weil sie wenig Ahnung von den Kosten in der Humanmedizin hätten. Praktizierende Tierärzte können jedoch nur bestehen, wenn sie wirtschaftlich denken!

Ich empfehle allen Studienanfängern die Lektüre des Buchs „So you want to be a vet?“. Sie erhalten Einblick in spannende Themen im Tierärzteberuf. Der Einstieg in die Veterinärmedizin fällt Ihnen leichter.

Marietta Schönmann, Studiensekretariat Vetsuisse-Fakultät Universität Zürich