Ein Pechvogel wird wieder gesund

Spezialisten für Vogelmedizin

Kürzlich hatten wir einen ausgewachsenen Waldkauz mit einer Flügelverletzung als Patienten in unserer Klinik. Der nachtaktive Greifvogel wurde im Berner Oberland von einem Auto angefahren und dann zu uns nach Zürich gebracht. Eine lange Reise für einen Kauz – doch dies geschah nicht ohne Grund: Unsere Klinik ist eine von nur vier in Europa, die Spezialisten für Vogelmedizin ausbildet.

Unser Waldkauz scheint die liebevolle Pflege des Tierspitals sichtlich zu geniessen.

Spezifische Anforderungen

Die Vogelwelt weist eine enorme Artenvielfalt auf. Vögel stellen zudem sehr spezifische Anforderungen an Diagnostik, Behandlung, Pflege und Unterbringung. Eine Zusatzausbildung in Vogelmedizin ist deshalb bei der Behandlung von Vögeln sehr wichtig. Mehrere unserer Tierärztinnen und -tierärzte blicken auf eine fundierte Aus- und Weiterbildung und langjährige Erfahrung in diesem Fachbereich zurück.

Ganzheitliche Untersuchung

Gefiederte Patienten müssen umfassend und ganzheitlich untersucht werden. Bei Greifvögeln achten wir beispielsweise immer auch auf den Zustand ihres Gefieders, denn für Flugangriffe auf ihre Beute benötigen sie ein intaktes Federkleid. Auch die Kontrolle der Augen ist sehr wichtig. Unentdeckte Augenverletzungen führen oft dazu, dass Vögel nicht mehr jagen können und schlussendlich eingehen.

Massgeschneidert behandeln und pflegen

Die Augen unseres Waldkauzes waren zwar gesund, eine Röntgenaufnahme bestätigte jedoch die Fraktur seines linken Flügels. Somit war ein operativer Eingriff nötig. Nach der Narkotisierung stabilisierten wir den gebrochenen Knochen mit einem Nagel. Den Flügel stellten wir mit einem Verband ruhig. Unser Kauz erhielt zudem eine Behandlung mit Antibiotika und Schmerzmitteln, denn auch einem Kauz tut ein Knochenbruch weh. Eine Physiotherapie rundete die Behandlung ab.

Ein Nagel stabilisiert den gebrochenen Handwurzelknochen des linken Flügels.

Gesund und wieder frei

Drei Wochen nach der Operation konnte der Nagel wieder entfernt werden. Nach weiteren drei Wochen war der Flügel unseres Kauzes vollkommen verheilt, sodass er durch eine Wildvogelstation wieder in die Freiheit entlassen werden konnte.